Prof.-Dr. Bernd-Ulrich Hergemöller
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Biographische Männerforschung
 
 
Mann fuer MannMann fuer Mann
Hergemöller, Bernd-Ulrich (Hg.) : MANN FÜR MANN : biographisches Lexikon zur Geschichte von Freundesliebe und mannmännlicher Sexualität im deutschen Sprachraum / Bernd-Ulrich Hergemöller. Unter Mitwirkung von Nicolai Clarus, Jens Dobler, Klaus Sator, Axel Schock und Raimund Wolfert neubearbeitet und ergänzt von Bernd-Ulrich Hergemöller. - 2 Teilbde. - Münster (Westf.) ; Berlin : LIT-Verlag Dr. Hopf, 2010. - 1732 S. : ca. 300 s/w. Abb.
ISBN 978-3-643-10693-3 : Pp. : EUR 198.90, sfr 318.90 (freier Pr.)

Vollständige Neubearbeitung des 1998 ersterschienenen Lexikons (Nr. 292), das jetzt wiederum den vollständigen Untertitel führt. Es enthält circa 700 komplette und 650 kleinere Artikel sowie 469 Regesten aus Fahndungsblättern. Die circa 300 Abbildungen wurden von Nicolai Clarus M.A. gescannt, der auch die gesamte Formatierung durchgeführt hat. Der zweite Teilband, der mit dem Artikel 'Rathenau' beginnt, wird beschlossen durch jeweils ausführliche Personen- und Ortsregister sowie Erläuterungen zu den Abbildungen. Die einzelnen Fachautoren sowie ihre neu verfaßten Artikel seien in alphanumerischer Reihenfolge genannt: Kevin Clarke: Erik Charell; Nicolai Clarus: Anonym: Lübeck 1384; Jens Dobler: Adolf Glaser, Eugen Johannes Maecker, Alfred von Maltzan-Wedell, Leopold von Meerscheidt-Hüllessem, Willi Pape, Eduard Preuss, Leopold von Zedlitz-Neukirch sowie 469 Justiz-Opfer jedweder Profession und Provenienz von Ackermann bis Zolleis aus Fahndungsblättern des 19. und frühen 20. Jahrhunderts; Niko Ewers: Kurt Jacoby; Marita Keilson-Lauritz: Joseph Schedel; Rüdiger Lautmann: Egbert Schmidt; Donald W. McLeod: Heinrich Gerber; Klaus Sator: Rolf Arco, Friedrich Wilhelm Arndt, Amadeus August, Richard Barnack; Walther Bensemann; Gerd Bohner; Paolo Bortoluzzi, John Cranko, Ludwig Dolberg, Sebastian Droste, Ferry Dworak, Hanns Ebensten, Alfred Flechtheim, Friedrich v. Flotow, Rolf Garske, Rudi Gernreich, Viktor Gsovsky, Hans-Ulrich Hettinger, Willie Jahn (mit Herbert Potthoff); Kurt Jooss, Helmuth Kaulbach, Jens Keith, Jeffrey Kirk, Wilhelm Königswarter, Rudolf Körner, Harald Kreutzberg, Heinz Landes, Sigurd Leeder, Kurt Lenz, Sascha Leontjew, Alfred Leschnitzer, Jean-Claude Letist, Olaf Leser, Peter Marcus, Max Midinet, Aurel von Milloss, Kai Molvig, Gino Neppach, Hanns Niedecken-Gebhard, John Olday, Edgar von Pelchrzim, Helge Peters-Pawlinin, Charles Regnier, Gert Reinholm, Peter Roleff, Heinrich Rutha, Alexander Sacharoff, James Saunders, Heinz-Ludwig Schneiders, Uwe Scholz, Peter Schütte, Manfred Seipold, Julius Hans Spiegel, Heinrich Alexander Stoll (mit Friedrich Schregel), Alexander Swaine, Max Terpis, Otto Wacker, Paul Wallner, Erich Walter, Jean Weidt, Heinrich Wendel, Roy Wierzbicki, Friedrich Wilckens, Egon Wüst, Hellmuth Zehnpfennig; Axel Schock: Heiner Carow, Hermann Götting, Hans Gratzer, Tony Holiday, Kurt Hübner, Udo Kelch, Jochen Klein, Andreas Matthae, Gerhard Maurer, Paul O'Montis, Ovo Maltine, Matthew Ranger, Günter Reisbeck, Einar Schleef, Daniel Schmid, Josef Schröter, Gunther Tietz, Gerhard Widmer, Wolfram Witt, Olaf Wriedt; Rolf Thalmann: Fred Spillmann; Wolfgang von Wangenheim: Helmuth von Wangenheim; Raimund Wolfert: Wilhelm Bellenbaum, Peter Blachstein, Hans Dietrich Disselhoff, Max Eisfeld, Claud Fischdick, Friedrich Carl Gröger, Fritz Hartmann, August Hasse, Alexander v. Hochberg, Johannes Kuhnen, Jan-Carl Raspe, Günter Ernst Stiel, Carl Stoewahs, Haraldur Vilhelmsson, Bruno Vogel, Jacob Nicolaus Vogel, Hans Weil.

Zwölf Jahre nach dem Ersterscheinen dieses Lexikons im "MännerschwarmSkript Verlag" (Hamburg 1998) beziehungsweise zehn Jahre nach Edition des Suhrkamp-Taschenbuchs (Frankfurt Main 2000) liegt nunmehr eine vollständige Neubearbeitung von "Mann für Mann" in zwei Hardcoverbänden mit insgesamt 1232 Seiten vor, die dem LIT-Verlag und seinem Chef, Herrn Dr. Hopf, zu verdanken ist. Nach mancherlei Neuansätzen, Intervallen und Konflikten, die den Fortgang verzögert und mehrfach zu verhindern gedroht haben, ist in diesen Jahren eine stattliche Sammlung circa 700 "großen" und 650 "kleinen" Artikeln plus 469 Personennamen aus wilhelminischen Kriminalakten zusammengewachsen, die durch circa 300, von Nicolai Clarus gescannte Abbildungen illustriert wird. Nicht zuletzt verweise ich auch auf die umfangreichen Personen- und Ortsregister, die in dieser Ausführlichkeit und Exaktheit wohl ihresgleichen suchen.

Das thematische Spektrum konnte durch die Tätigkeit weiterer Autoren erheblich erweitert werden: Mit circa 70 Einzelartikel steht hier Dr. Klaus Sator an der Spitze, der sich vor allem den Tänzern und Choreographen zugewandt hat und durch quellennahe Recherchen nicht nur der biographischen Männerforschung, sondern auch der Tanzforschung große Dienste erwiesen hat. Dr. Jens Dobler hat seine Spezialkenntnis der Kriminalitäts- und Polizeigeschichte aktiviert, den Fall "Cajus" geklärt und zudem durch den materialreichen Anhang gezeigt, welche Erträge aus einer systematischen Einbeziehung des ehemaligen Königreichs Preußens, namentlich der Provinzen Posen-Westpreußen, zu erwarten wären. Raimund Wolfert hat dagegen die skandinavische Literatur durchforstet und dabei hochinteressante Bezüge zum Umfeld von Willy Brandt oder zur RAF entdeckt, während Axel Schock den Aktualitätsgrad vor allem durch die Darstellung künstlerischer und literarischer Berliner erhöht hat. Damit ist sichergestellt, daß dieses Buch auch weiterhin denjenigen Persönlichkeiten aus Literatur und Kunst, aus Verfolgungs- und Bewegungsgeschichte ein Forum bietet, die keine Chance haben, jemals in eines der allgemeinen biographischen Lexika aufgenommen zu werden.

Natürlich gilt es auch denjenigen Beiträgern zu danken, die sich durch einzelne Korrekturen, wichtige Informationen, zugesandte Kopien und Texte oder auch durch die Abfassung eigener kleiner Artikel an der Neufassung beteiligt haben. Sie alle habe ich ausdrücklich in der Einleitung sowie jeweils in den Belegen zu den einzelnen Artikeln mit Namen genannt. Selbstverständlich wurde auch der Wunsch derjenigen Hinweisgeber (meist aus dem Wissenschaftsbetrieb) respektiert, die ausdrücklich ungenannt bleiben wollten. Viele der zur Neubearbeitung vorgeschlagenen Namen werden sich in diesen beiden Bänden wiederfinden, wieder andere konnten nicht berücksichtigt werden, - meist vor allem aus Mangel an verwertbaren Quellenhinweisen. So bleibt ein Pool von circa einhundert "Kandidaten" aus den letzten drei Jahrhunderten, die biographisch noch nicht hinreichend erschließbar sind, obwohl alles dafür spricht, daß sie in den Kontext von "Mann für Mann" hineingehören.

Daher: Der Kampf geht weiter! Ich bitte alle, die Lust und Zeit haben, auch in der Zukunft nicht mit Informationen und Mitteilungen zu geizen und so dazu beizutragen, daß der Aktualitätsgrad erhöht wird.
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